CATIA und PLM

Vorbemerkung: Dies ist keine offizielle Beschreibung der erwähnten Anbieter, sondern stellt die Sicht der Autoren dar.


Übersicht Produktlinien

Die Lösungen von IBM und Dassault Systèmes im Bereich Product Lifecycle Management (PLM) umfasst zurzeit folgende Produktlinien:

Produktlinie Anwendungsbereich
CATIA V4 Produktentwicklung
CATIA V5 Produktentwicklung
ENOVIA PortalProduktanalysen (DMU, Digital Mock-up)
ENOVIA VPDMProduktdatenmanagement
ENOVIA SmarTeamProduktdatenmanagement
ENOVIA MatrixOneProduktdatenmanagement
CAA RADESoftwareentwicklung
EPPAnwenderausbildung
DELMIAFertigungsautomatisierung
SIMULIABerechnungssoftware (Abaqus)


IBM und Dassault Systèmes

Dassault Systèmes (www.3ds.com) ist der Entwickler der oben genannten Produktlinien. Daneben entwickelt Dassault Systèmes noch die Produkte SolidWorks und den CAD-Kernel Acis.

Dassault Systèmes ist verbunden mit dem französischen Flugzeughersteller Dassault Aviation und beschäftigt etwa 4.000 Mitarbeiter. Der Firmensitz ist Suresnes bei Paris. Daneben bestehen größere Niederlassungen in Aix-en-Provence (CATIA), Israel (SmarTeam) und USA (SolidWorks, ENOVIA MatrixOne).



Lizenzierung

Zur Lizenzierung sind zwei Kanäle möglich, IBM oder VAR weitere Informationen.

Für weitere Fragen hierzu, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.







CATIA V4

CATIA V4 ist das traditionelle PLM-Produkt von Dassault und IBM. Haupteinsatzgebiet ist die Entwicklung komplexer Produkte, wie z.B. Fahr- und Flugzeuge aller Art, Schiffe, Konsumgüter usw.

Die Weiterentwicklung von CATIA V4 wurde zu Beginn des neuen Jahrtausends eingestellt. Es wird jedoch noch vertrieben und gewartet. Die Nachfolger sind CATIA V5 sowie verschiedene ENOVIA-Produkte. Diese sind vollständige Neuentwicklungen auf Basis einer neuen Technologie, so dass die V4-Anwender eine mehr oder weniger aufwendige Migration durchführen müssen.



Hardware

CATIA V4 ist ausschließlich auf folgenden Unix-Hardwareplattformen von IBM, SUN, HP und SGI lauffähig. Linux wird nicht unterstützt.


IBM RS/6000 und pSeries
SUN
HP 9000
SGI Octane, Fuel, O2

Benötigt wird ferner eine leistungsfähige Grafikkarte, ausreichend Memory (0,5 bis 2 GByte) und Festplattenplatz (ab 9 GByte). Beim Betriebssystem sind teilweise bestimmte Zusätze erforderlich. Zu jedem Release gibt es hierzu eine exakte Spezifikation.



Module

Es existieren etwa 120 Einzelmodule ("Produkte"), die einzeln verfügbar sind oder zu Basispaketen ("Konfigurationen") oder Zusatzpaketen ("add-on-Konfigurationen") zusammengefasst sein können.


Die gebräuchlichsten Module sind:

ASU Advanced Surface Designerweiterte Flächenkonstruktion
COM CATIA Object Manager Basis-Modul für andere Module
DR2 2D Wireframe & Annotation 2D Drahtmodell und Zeichnungstext
DRA Drafting Bemaßung
DRS Draw-Space Integration 2D-Zeichnungsableitung aus 3D-Daten
DXF DXF/DWG-Interface Schnittstelle zu AutoCAD-Formaten
FRF Free Form Design erweiterte Flächenkonstruktion
IGS IGES Integrated Interface IGES-Schnittstelle
KIN Kinematics Bewegungssimulation
LIB Library Teile-Bibliotheken
N4D 4D Navigator DMU-Analysen
SOE Solid Exact Festkörper-Modellierung
SPA Space Analysis Kollisionsuntersuchung
ST1 STEP AP214 Interface STEP-Schnittstelle für AP214
STL Rapid Prototyping STL-Ausgabe
SUD Surface Design Basis-Flächen
WF3 3D Wirframe Drahtmodell


Gelegentlich kommen auch folgende Module zum Einsatz:

BWTBody in White Templates Karosseriekonstruktion
DEVDevelop Flächenabwicklung
FDTFunctional Dim. & Tolerancing 3D-Toleranzangaben
GPSGenerative Part Stress AnalysisFestigkeitberechnung (FEM)
GSDGlobal Shape Deformation Flächenüberbiegungen (Bombieren)
GSMGenerative Shape Modeller assozitive Flächenkonstruktion
MADMold & Die Maching Assistant automatisierte 3-Achs-NC-Programmierung
NCBManufacturing Infrastructure Basis-Modul für alle NC-Module
PMPPrismatic Machining Programmer prismatische NC-Programmierung
SHESheetmetal Blechkonstruktion
SMPSurface Machining Programmer 3-achsige NC-Programmierung
SOMSolid Mockup facettierte Solid-Modellierung
TSATool Shop Assistant NC-Postprocessing
VSTVisualization Studio fotorealistische Darstellungen


In gängigen Paketen enthalten, aber selten in Anwendung sind:

ASSAssembly Modelling
DYSDynamic Sketcher
FEAFeature-Based Design
PA33d Parametric Variational Modeller


Pakete ("Konfigurationen")

Grundsätzlich kann ein lauffähiges V4-System aus Einzelmodulen zusammengestellt werden, wobei immer das Basismodul COM enthalten sein muss und zu berücksichtigen ist, dass manche Module bestimmte andere Module voraussetzen. Aus Kosten- und Aufwandsgründen ist es im Regelfall vorteilhaft, Pakete aus Einzelmodulen einzusetzen. Dabei werden Basis- und Zusatzpakete unterschieden.



Die üblichen Basispakete im Konstruktionsbereich sind:

DRP(Drawing Production) 2D-Zeichnungserstellung
DWD(Downstream Detailing) Zeichnungsableitung aus 3D und 2D-Zeichnungserstellung
SBD/SB5(Solid-Based Part Design and Detailing) wie DWD, zusätzlich Draht- und Festkörpermodellierung
ADD/AD5(Advanced Part Design and Detailing) wie SBD/SB5, zusätzlich Flächenmodellierung
ASH(Shape Design and Detailing) wie DWD, zusätzlich Flächenmodellierung

Die Pakete SB5 und AD5 enthalten zusätzlich z.B. das IGES-Interface und lassen sich vorteilhaft nach CATIA V5 migrieren.

Die häufigsten Zusatzpakete sind:

SUR (Surface Modeller) erweitert z.B. SBD/SB5 um Flächenfunktionalität
SOL (Solid Modeller) erweitert z.B. DWD oder ASH um Festkörpermodellierung
TOM (Tool Machining) erweitert z.B. ADD um NC-Programmierung

Insgesamt sind 44 Basis- und 12 Zusatzpakete verfügbar.


Lizenzmanagement

Für jedes lizenzierte Modul erhält der Anwender einen Softwareschlüssel, der sowohl lokal auf einem Rechner installiert sein kann ("nodelocked") oder von einem mitgelieferten Lizenzmanager (LUM) verwaltet wird ("concurrent"). Zusatzmodule oder -pakete, die vom Lizenzmanager verwaltet werden, können vom Anwender grundsätzlich dynamisch in eine laufende Arbeitssitzung hinzugenommen oder wieder freigegeben werden.



CATIA V5

CATIA V5 ist der Nachfolger von CATIA V4. Neben den traditionellen Haupteinsatzgebieten adressiert CATIA V5 zusätzliche Bereiche, wie z.B. den klassischen Maschinenbau, alle Betriebsmittel und Elektronikprodukte.

CATIA V5 wurde seit Mitte der 90er Jahre vollständig neu entwickelt. Die zugrunde liegende Technologie und die Bedienung haben mit CATIA V4 nichts gemein.

CATIA V5 ist seit März 1999 verfügbar. Im Abstand von ca. 6 Monaten erscheinen neue Releases, die Verbesserungen und Erweiterungen enthalten. Das aktuelle Release trägt die Bezeichnung R16.



Hardware

CATIA V5 wird auf Windows entwickelt und auf die von CATIA V4 bekannten Unix-Hardwareplattformen von IBM, SUN, HP und SGI portiert. Linux wird nicht unterstützt.

Die Lauffähigkeit ist grundsätzlich auf jedem Windows-Rechner (Windows2000, XP, x64 ab Release 16) gegeben, jedoch wird empfohlen, ausschließlich zertifizierte Systeme zu verwenden. Hersteller, die ihre Systeme zertifizieren lassen, sind Dell, Hewlett-Packard, IBM und Fujitsu-Siemens. Eine aktuelle Liste der zertifizierten Typen ist im Internet abrufbar unter http://www.3ds.com/implementation/technology/windows/certified-workstations-list/

Grundsätzlich gilt die Empfehlung, eine nicht zu knappe Ausstattung an Arbeitsspeicher (1 bis 4 GByte) und eine leistungsfähige Grafikkarte (min. 128 MB Memory) zu verwenden. Mehrprozessorsysteme und mehr als 4 GByte Arbeitsspeicher bringen nur in Ausnahmefällen Vorteile, da CATIA V5 im Regelfall in einem Prozess abläuft, der nicht mehr als 2 bis 2,8 GByte (abhängig vom Betriebssystem) adressieren kann. Ausnahmen können vorliegen, wenn z.B. Hintergrundprozesse gestartet werden oder ein Modul multiprozessorfähig ist (z.B. FEM Solver).

64-Bit-Adressierung, die die Begrenzungen bezüglich der Speicherverwendung praktisch aufhebt, ist zurzeit nur für das Betriebssystem AIX und Windows XP x64 Edition verfügbar.

Die Entscheidung für eine Windows- oder Unix-Plattform ist nicht trivial. Grundsätzlich gilt, dass Windows für CATIA V5 bei geringeren Hardwarekosten eine bessere Leistung bietet. Windows ist die Entwicklungsplattform. Die Kompatibilität mit CATIA V4 und Datenaustauschpartnern lässt für viele Anwender in Verbindung mit dem geringeren Administrationsaufwand ein Unix-System vorteilhafter erscheinen.



Software-Plattformen

CATIA V5 ist in verschiedenen Leistungsstufen, die unterschiedliche Anwendergruppen adressieren, verfügbar:


Plattform 1 (P1)reduzierte Funktionalität zu reduzierten Kosten
Plattform 2 (P2)Standard-Funktionalität, Nachfolger von CATIA V4
Plattform 3 (P3)Sonderanwendungen mit hohem technologischen Anspruch

Das Plattform-Konzept hat zum Ziel, für ein breites Spektrum von Anwendungen in unterschiedlichen Marktsituationen ein wettbewerbsfähiges Produkt anbieten zu können. So kann P1 in vielen Fällen auch mit sogenannten Midrange-CAD-Systemen preislich konkurrieren, wohingegen P2 und insbesondere P3 dem High-End-Bereich vorbehalten sind.

Durch die Komplexität der Software und die große Anzahl von Erweiterungen und Änderungen in jedem Release sind die Auswirkungen der Unterschiede insbesondere zwischen Plattform 1 und 2 nur mit viel Erfahrung und großem Aufwand abzuschätzen, so dass bisher nur wenige Anwender das Risiko eingehen, die Plattform 1 zu beschaffen. Wenn auch mittlerweile die wichtigsten künstlichen Hindernisse zwischen den Plattformen (z.B. Bedienung und Kompatibilität) beseitigt wurden, ist die Verbreitung der Plattform 1 noch eher gering.



Module

Es existieren etwa 160 Einzelmodule ("Produkte"). Jedes Modul ist einer Plattform zugeordnet. Manche Module sind in verschiedenen Ausführungen, z.B. als P1-Modul und als P2-Modul verfügbar. Welcher Plattform ein Modul zugeordnet ist, lässt sich weder anhand seiner Benennung noch der 3-stelligen Kurzbezeichnung sicher sagen. Ein wichtiges Indiz sind jedoch die Ziffern 1 bzw. 2 am Ende der Benennung bzw. der Kurzbezeichnung, jedoch gibt es auch hier Ausnahmen.


Die gebräuchlichsten Module sind:

P1P2BenennungInhalt
AS1ASDAsembly DesignZusammenbaukonstruktion
CCVCore & Cavity DesignFormtrennung für Werkzeuge
CO1COMCATIA Object ManagerBasismodul
DN1DMNDMU NavigatorDMU-Analysen
EHIElectrical Harness InstallationKabelbaumkonstruktion
GD1GDRGenerative DraftingZeichnungsableitung aus 3D-Modell
GP1GPSGenerative Part Structure AnalysisFestigkeitsberechnung mit FEM
GS1GSDGenerative Shape DesignFlächenkonstruktion
HA1Healing AssistantFlächenreparatur
ID1Interactive Drafting2D-Zeichnungserstellung
IG1IGES InterfaceIGES-Schnittstelle
KINDMU Kinematics SimulatorKinematik-Simulation
KT1PKTProduct Knowledge TemplateKnowledgeware
MTDMold Tooling DesignKonstruktion Spitzgießwerkzeuge
NG1NCGNC Manufacturing ReviewNC Basismodul
PD1PDGPart DesignFestkörper-Modellierung
PG1PMGPrismatic MachiningNC Bohr- und prismatische Bearbeitung
RT1RTRReal Time RenderingTexturdarstellung in Echtzeit
SM1SMDSheetmetal DesignBlechbearbeitung
SMG3 Axis Surface Machining3-Achs-Fräsbearbeitung
SP1SPASpace AnalysisKollisionsuntersuchung
ST1STEP Core InterfaceSTEP-Schnittstelle AP203 + AP214
TG1Tooling DesignKonstruktion Stanzwerkzeuge
V41V4IVersion 4 IntegrationV4-Integration
WS1Wireframe and SurfaceDrahtmodell und Flächen


Gelegentlich kommen auch folgende Module zum Einsatz:

AMGAdvanced MachiningNC 2- bis 5-Achs-Bearbeitung
C12COM 1 to 2 ExtentionErweiterung Basismodul auf P2
CBDCircuit Board DesignSchnittstelle zu Leiterplattensystemen
DL1Developed ShapesFlächenabwicklung
DMODMU OptimizerDMU-Erweiterung (reduzierte Hüllen u.a.)
DSEDigitized Shape EditorFlächenrückführung
EHFElectrical Harness FlatteningZeichnungserstellung für Kabelbäume
ELBElectrical LibraryBibliothek für Kabelbaumkonstruktion
ESTElfini Structural AnalysisFEM-Solver-Steuerung
EW1EWEENOVIA Workpl. Package Exch.Datenaustausch mit ENOVIA VPM
FITDMU Fitting SimulatorEinbausimulation
FM1Functional Molded PartsFunktionale Spezifikation von Gießteilen
FMSFEM SurfaceFEM Flächenvernetzer
FR1Part Design Feature RecognitionFeature-Erkennung
FS1FSSFree Style ShaperFreiformflächen-Modellierung
FSKFree Style Sketch TracerÜbernahme von Design-Skizzen
FSOFree Style OptimizerErweiterung Freiformflächenmodellierung
FSPFree Style ProfilerKurvenbasierte Freiformflächen
FT1FTA3D Functional Tol.&Annotation3D-Toleranzspezifikation
GASGen. Assembly Structure AnalysisFEM-Analyse von Zusammenbauten
GSOGenerative Shape OptimizerErw. Flächenkonstr. (überbiegen u.a.)
IMAImage & ShapeDesignerflächen ("Marshmellow")
KWAKnowledge AdvisorErstellung von Knowledgeware-Regeln
KE1KWEKnowledge ExpertKnowledgeware-Anwendung
LG1LMGLathe MachiningNC Drehbearbeitung
MMGMulti-axis Surface MachiningNC 5-Achs-Bearbeitung
MPAPrismatic Machining Prep. Ass.Erzeugung von NC-Bearbeitungsfeature
PEOProduct Engineering Optimizeriterative Produktoptimierung
PHSPhoto StudioPhotorealistische Darstellungen
PX1PPR PDM GatewayInterface für PDM-Systeme
RSORealistic Shape OptimizerRückrechnung der Kunststoffform
SH1Sheetmetal ProductionBlechteil-Bearbeitung
SR1Structure DesignStahlbau-Konstruktion
TL1STLSTL Rapid Prototypingerweiterte STL-Schnittstelle
TUBTubing DesignRohr- und Schlauchkonstruktion
WD1Welding DesignSchweißverbindungskonstruktion


Module der Plattform 3 sind:

ABTAutomotive Body in White FasteningRohkarosserie-Entwicklung
ACAAutomotive Class AFlächenmodellierung in Class-A-Qualität
ASLAerospace Sheet MetalBlechteilentwicklung für Flugzeugbau
BKTBusiness Process Knowledge TemplateKnowledgeware
CO3CATIA Object ManagerBasismodul für P3-Produkte
CPDComposites DesignEntwicklung von Composites
TAATolerance Analysis of Deformable Assb.Toleranzanalysen für Blech-Zsbs


Pakete ("Konfigurationen")

Ein lauffähiges V5-System benötigt in jedem Fall ein Basis-Paket als Voraussetzung. Es ist - im Gegensatz zu V4 - nicht möglich, Einzelmodule beliebig miteinander zu kombinieren.



Wichtige Basispakete der Plattform 1 sind:

DR1Drafting2D-Zeichnungserstellung
MD1Mechanical DesignKomplettpaket mechanische Konstruktion
XM1Extended Mechanical Designwie MD1, zusätzlich STEP, Blech, Schweißen und erweiterte Flächenfunktionalität (GS1)


Wichtige Basispakete der Plattform 2 sind:

CV2Core & Cavity DesignKomplettpaket für Formenbauer
DP2Drawing Production2D-Zeichnungsableitung und -erstellung
EI2Electrical Wire Harness Install.Kabelverlegung
HD2Hybrid Designwie MD2, aber erweiterte Flächen (GSD)
MD2Mechanical DesignKomplettpaket mechanische Konstruktion
MO2Mold & Die MachinistNC 3-Achs-Fräsen incl. Flächenfunktionen (GS1)
SA2Structural AnalysisFinite-Elemente-Berechnung
XM2Extended Mechanical Designwie MD2 zusätzlich STEP, Blech, Schweißen
YM2Styled Mechanical Designwie MD2 zusätzlich STEP, Flächenreparatur, einfache Freestyle-Flächen (FS1)


Lizenzmanagement

Für jedes lizenzierte Paket oder Modul vom Typ "sharable" erhält der Anwender einen Softwareschlüssel, der sowohl lokal auf einem Rechner installiert sein kann ("nodelocked") oder von einem mitgelieferten Lizenzmanager (LUM) verwaltet wird ("concurrent"). Zusatzmodule vom Typ "sharable", die vom Lizenzmanager verwaltet werden, können vom Anwender dynamisch in eine laufende Arbeitssitzung hinzugenommen oder wieder freigegeben werden.

Zusatzmodule "add-on" oder "sharable"
Ein Zusatzmodul kann fest mit einem Basispaket verknüpft sein. Dieser Typ wird als "add-on" bezeichnet. Für die Kombination wird nur ein Lizenzschlüssel vergeben.

Soll ein Zusatzmodul wechselweise mit verschiedenen Basispaketen verbunden werden, ist der Typ "sharable" erforderlich.

Funktional sind "add-on"- und "sharable"-Module identisch, jedoch entstehen für "sharable"-Module höhere Kosten.

Existiert für ein Modul der Plattform 1 ein korrespondierendes Modul in der Plattform 2, so ist das Modul der Plattform 1 nur als "add-on"-Typ verfügbar. Beispielsweise ist das Modul SPA als "add-on" und "sharable" verfügbar, SP1 nur als "add-on".



ENOVIA

ENOVIA ist eine Sammelbezeichnung für Produkte aus dem DMU- und PDM-Umfeld.

Es sind zu unterscheiden:


ENOVIA PortalDMUDigital Mock-up
ENOVIA PMPDMProduct Data Management
ENOVIA VPDM V4PDMProduct Data Management
ENOVIA SmarTeamPDMProduct Data Management
ENOVIA MatrixOnePDMProduct Data Management


ENOVIA Portal

ENOVIA Portal ist eine Ausprägung von CATIA V5 für das Digital Mock-up (DMU). Die meisten Module von ENOVIA Portal sind auch in CATIA V5 verfügbar, z.B. FIT, KIN, SPA. Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass ENOVIA anders paketiert ist. Eine ENOVIA-Konfiguration lässt sich nicht um jene Module erweitern, die konstruktive Änderungen am CAD-Modell zulassen.

Für ENOVIA Portal gilt das identische Plattformkonzept wie für CATIA V5.


Basispakete der ENOVIA Portal Plattform 1 sind:

DM1DMU Review 1Viewer und Analyse-Tool für CATIA V4 und V5
DV1DMU Viewer 1Viewer für CATIA V5


Basispakete der Plattform 2 sind:

DM2DMU Review 2Viewer und Analyse-Tool für CATIA V4 und V5
DPSDMU Digital Product SynthesisViewer und erweiterte Analysen


3d.com

ENOVIA-Portal besitzt mit 3d.com noch eine weitere Komponente, für die es keine Entsprechung in CATIA V5 gibt. 3d.com ist - vereinfacht gesagt - die Web-Variante der Konfigurationen DM1 bzw. DV1. Mit Hilfe von 3d.com lassen sich durch einen Web-Browser CATIA-Modelle auf einem Server ohne Konvertierung anschauen und eingeschränkt analysieren.



ENOVIA PM

Der ENOVIA Product Manager ist ein Vorläufer von ENOVIA VPM V5, seit mehreren Jahren vom Vertrieb zurückgezogen und hat kaum noch eine praktische Bedeutung.



ENOVIA VPM V4

ENOVIA Virtual Product Modelling ist ein System zur Verwaltung von CATIA-V4-Daten. Es wurde so erweitert, dass es auch CATIA-V5-Daten verwalten kann und ist heute bei vielen großen CATIA-Anwendern im Einsatz. In den meisten Fällen wird VPM V4 durch ein PDM-Backbone-System unterstützt, das zusätzliche Funktionen, wie z.B. das Work-Flow-Management, abdeckt.



ENOVIA VPM V5 (LCA)

ENOVIA Virtual Product Modelling V5 ist der Nachfolger von ENOVIA VPM V4 und PM. Die Software-Architektur ist V5-konform. Zielgruppe sind große Anwender, die hohe Ansprüche an das Management ihrer PLM-Daten haben, wie z.B. das Konfigrationsmanagement komplexer Produkte. Gegenüber anderen PDM-Systemen hebt sich VPM V5 durch eine vollständige Integration in die CATIA-Strukturen ab.



ENOVIA SmarTeam

ENOVIA SmarTeam ist eine Produktlinie aus dem PDM-Bereich. SmarTeam versetzt die Anwender in der Lage, die Daten von CATIA V5 und anderen CAD-Systemen komfortabel und sicher zu verwalten und Unternehmensprozesse (z.B. Freigaben) abzubilden.
ENOVIA SmarTeam ist analog zu CATIA und ENOVIA in Module ("Produkte") und Pakete ("Konfigurationen") gegliedert. Es gibt jedoch keine Unterscheidung in Plattformen.


Die wichtigsten Module sind:

NameBenennungInhalt
BOMBOMStückliste zum Datenaustausch mit anderen PDM-Systemen
CAICATIA IntegrationIntegration von CATIA V5
EDREditorLese- und Schreiboperationen in der Datenbank
FDNFoundationBasismodul für alle Konfigurationen
NVRNavigatorLeseoperationen
SEESupply Chain Eng. ExchangeDatenaustausch-Abgleich für CATIA V5
WEDWeb EditorLese- und Schreiboperationen in der Datenbank per Portal
WFLWorkflowManagement von Unternehmensprozessen

Weiterhin gibt es Module zur Integration verschiedener CAD-Systeme (ProE, Inventor, UG, ...), Anbindungen an ERP-Systeme (SAP, Oracle), Multisite-Unterstützung u.a.

Die wichtigsten Konfigurationen (Pakete) sind:

SEDEditorvolle Kernfunktionalität
SEGEngineeringwie SED, jedoch um BOM und WFL erweitert
SNVNavigatorLese- und Viewing-Funktionalität (Web-Basis)
SWEWeb Editorwie SED, jedoch Web-Basis
TDMCATIA Team PDMwie SED, jedoch um V5-Integration (CAI) erweitert


Positionierung der PDM-Produkte

Mit ENOVIA SmarTeam, ENOVIA VPLM und ENOVIA MatrixOne hat Dassault Systèmes drei unterschiedliche, sich teilweise überlappende PDM-Systeme im Portfolio.


Die wesentlichen Unterschiede lassen sich wie folgt darstellen:

ENOVIA SmarTeam: Eignung für einfache Produkt- und Unternehmensstrukturen
  • einfache Implementierung
  • umfassende Integration von CATIA V5
  • Adapter für eine Vielzahl von CAD-Systemen
  • Work-Flow-Unterstützung
  • ausschließlich auf Windows verfügbar

  • VPM/LCA: Eignung für komplexe Produkt- und einfache Unternehmensstrukturen
  • volle Integration in CATIA (sog. exploded Mode, ersetzt die Zusammenbau-Datei)
  • Unix- und Windows-Unterstützung

  • ENOVIA MatrixOne: Eignung für einfache Produkt- und komplexe Unternehmensstrukturen
  • gute Anpassungsmöglichkeit an Firmenstrukturen (People&Organisation)
  • volle Multi-Site-Unterstützung
  • zurzeit eingeschränkte V5-Unterstützung


  • Weitere Informationen erhalten Sie unter unserem Freecall: 0800-CATIAV5 (2284285).